Dienstag, 26. September 2017
Gottesdienste

 

Gottesdienstprogramm

Täglich werden Abendgebete gehalten

in der Sommerzeit um 18.00 Uhr und in der Winterzeit um 16.00 Uhr.

Hl. Messe Sonntags um 08.00 Uhr.

Die Liturgie wird in aramäischer Sprache gehalten.

 

 

St. Stephanus Kirche Gütersloh

Allgemeine  Bilder aus dem Gottesdienste


 

 

Vater Unser in aramäischer Sprache:


Abun d-baschmayo, nethqadasch schmokh, tithe malkuthokh, nehwe sebyonokh aykano d-baschmayo of baro'o, hab lan lahmo d-sunkonan yawmono, waschbuq lan hawbayn wahtohayn aykano dof hnan schbaqn lhayobayn, wlo ta'lan lnesyuno, elo fasson män bischo, metul d-dilokhi malkutho w-haylo w-teschbuhto l'olam 'olmin. Amin.

Glaube und Lehre der Syrisch-Orthodoxen Kirche
Die Syrische-Orthodoxe Kirche leitet ihre Lehre ab von der göttlichen Inspiration, geoffenbart in der Heiligen Schrift, wie sie von den heiligen Vätern angelegt wird, und von den Traditionen, die sie von den heiligen Aposteln empfangen hat. Sie akzeptiert und unterschreibt den Glauben, wie es von den drei heiligen Ökumenischen Konzilien definiert wurde, von Nicea (325), Konstantinopel (381) und Ephesus (431)

Sie glaubt:
# dass Gott der Allerhöchste ist, einer in drei verschiedenen Personen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, und dass diese drei Personen gleich sind in jeder Hinsicht.
# dass die zweite Person der Heiligen Dreifaltigkeit vom Himmel auf die Erde herabkam, im Leib der Jungfrau wohnte, von ihr durch den Heiligen Geist einen vollständigen menschlichen Leib annahm und so fleischgewordener Gott wurde.
# dass er auferstand von den Toten am dritten Tag und die Menschlichkeit vom Tod, vom Teufel und von der Sünde errettete
# dass er aufstieg in den Himmel und wiederkommen wird, um die Welt zu richten. Die Kirche erwartet sein Kommen zu jeder Zeit
# dass die heilige Maria, die Jungfrau, von ihrem Vater Joachim und ihrer Mutter Anna in der Erbsünde geboren wurde.
# Sie betet zugunsten der Toten, indem sie für sie Gottes Gnade und Vergebung erbittet.

Die Kirche spendet die Sieben heiligen Sakramente, nämlich
die Taufe,
der heilige Myron (Chrisam),
die Eucharistie,
die Beichte,
die Salbung der Kranken,
die Ehe und
die Priesterweihe.


Schülerinnen und Schüler der SoS Pestalozzischule

Theoretischer Unterricht:
Das eucharistische Brot wird tab’o, furshono (arab. burshan, abgeleitet vom aramäischen Wort furshon, furshono), bukro und fristo genannt. Der Name tab'o, der heute allgemein gebräuchlich ist, kommt von dem aramäischen Verb tba' (abdrücken) und bezeichnet einen aus Holz gemachten Stempel (Abdruck), mit dem der Teig des eucharistischen Brotes geformt wird. Der ancrwp wird wohl so benannt, weil die Gläubigen ihr eigenes Mehl für das eucharistische Brot als Darbringung in Anlehnung an Lv. 6:7-16 opfern.

Die Hostie tab’o ist rund, ca. 1,5 cm dick und im Durchmesser etwa 7 cm groß. Sie wird kreuzweise gleichmässig in vier große Teile geteilt; jeder Teil wird weiter in drei Stücke geschnitten. Die Hostien werden für jede Eucharistiefeier täglich frisch gebacken. Es wird erst nach dem Sonnenuntergang, am Vorabend des jeweiligen Tages der Zelebration, mit dem Kneten des Brotes begonnen, weil der neue Tag in der syrisch-orthodoxen Kirche wie im Judentum nach dem Sonnenuntergang, d.h. nach dem Abendoffizium, beginnt.

Der Teig der Hostie besteht aus weißem, sauber durchgesiebtem Mehl, aus klarem warmem Quellwasser, Sauerteig vom letzten Backen und aus ein wenig Salz, dessen symbolische Bedeutung aus 2 Könige 2:19-22 und aus Mk. 9:49-50 abgeleitet wird. Das Mehl wird aus handverlesenen Weizenähren mit einer Handmühle gemahlen; während der Erntezeit wird das Getreide nach der Tradition im Tur Abdin von den Gläubigen wöchentlich als qsoto, d.h. als Opfergabe, zum Priester bzw. Hostienbäcker gebracht.

Der Teig wird zunächst gleichmässig in Stücke geschnitten und mit dem eigentlichen tab’o (Hostien-Stempel) aus Holz geformt. Dabei begnügt man sich damit, die Oberfläche der Hostienstempel mit etwas Öl einzustreichen, um zu verhindern, dass der Teig festklebt. Der Holz-tab’o hat auf beiden Seiten einen Stempel. Ein Stempel ist für die normalen Hostien jeder Eucharistiefeier, der andere Stempel für die Hostie der Eucharistiefeier am Donnerstag der Geheimnisse (Gründonnerstag) bestimmt. Letzterer wird bukro genannt.

Nach dem Stempeln der Teigstücke werden diese nun kreuzweise an fünf Stellen der Oberfläche angestochen. In die Rückseite der Hostien werden mit einem kleinen Hölzchen fünf kleine Kreuzchen gestochen. Am frühen Morgen vor der Messe beginnt man dann, die Hostien frisch zu backen. Als Bestandteil des Brennstoffs bestimmte Yahya Ibn Garir das "Holz, dessen Frucht wohlschmeckend ist". Nach dem Backen aller Hostien wird die beste, schönste und reinste Hostie, die nicht angebrannt und verkümmert ist, für den Altar zur Konsekration ausgewählt Sie darf auf keinen Fall zerbrochen, verbrannt oder beschädigt werden.

Zum Bild des Lammes wird die Hostie vom Priester während der Brechung und Bezeichnung (qsoyo wa-rshomo) in zwei Hälften (A B) gebrochen und die oberen Eckstücke des linken (C) und rechten (D) Teils werden abgetrennt. Dann werden die beiden Hälften (A B) so in die Patene gelegt, dass ihre beiden Ränder einander berühren. Eines der Eckstücke (C oder D) wird oben von dem Gesamten getrennt angeordnet und soll so den Kopf der Lammfigur bilden. Für die Jünglingsfigur wird die Hostie zunächst bis zum oberen Bruchstück (C) wie bei der Lammfigur bearbeitet. Der Priester befeuchtet mit dem in den Kelch eingetauchten Stück (C) die beiden Hälften (A B) der Hostie und legt dann das Stück (C) in der Oberkante der Hälften (A B) wieder wie bei der Lammfigur. Anschliessend werden die beiden Hälften (A B) in zwei Abschnitte, jeweils für ein Bein, geteilt.

So besteht die Jünglingsfigur aus fünf Teilen. Die Figur des Gekreuzigten wird sorgfältiger als die anderen angeordnet. Die Brechung wird wie bei anderen Figuren bis zum Stück (C) für die Position des Hauptes bearbeitet. Die beiden Hälften (A B) werden in weitere acht Teile zerschnitten. Für den Körper (a b) und die Arme (c d) werden vier Stücke, für das Becken das einzelne Stück (e) und für die Beine die anderen zwei Stücke (f g) verwendet. Das Stück D wird in die Unterkannte (unter den Stücken f g) gelegt und versinnbildlicht nicht die Füße, sondern den Adamsschädel, der nach der aramäischen Tradition auf Golgotha liegt, wo das Kreuz Jesu stand.

Die Stücke der Hostie sind mit einem Kreuz versehen und bilden insgesamt die symbolische Zahl Zwölf, für die zwölf Apostel. Die im äusseren Kreisring der Hostie eingeprägten Punkte symbolisieren die 72 Missionare und die den Leib Christi empfangenden Gläubigen; die vier großen Teile sind ferner das Symbol für die vier Evangelisten Die fünf Einstiche auf der Hostienoberfläche symbolisieren die fünf Wundmale Christi, nämlich die durch die Lanze, den Dornenkranz und die drei Nägel des Kreuzes.

Die zweite Art der Hostie bukro, die aus vier Teilen besteht, ist nur für die Eucharistiefeier am Donnerstag der Geheimnisse bestimmt. An diesem besonderen Tag wird die Eucharistie der Bukro-Hostie gefeiert. Am Donnerstag der Geheimnisse werden einfache und Bukro-Hostien gebacken und von zwei Diakonen an alle Familien der jeweiligen Pfarrei verteilt; d.h. für jede Person ist eine einfache Hostie und für jede Familie eine Bukro-Hostie und ein Stück Sauerteig bestimmt, der nach aramäischer Tradition seit der Zeit der Apostel bis in die Gegenwart überliefert wird.

Dieses Teigstück mischt man mit anderem eigenem Teig, sodass man das ganze Jahr über den geschenkten Segensteig zur Verfügung hat. Die Hostie wird nicht einfach gegessen, sondern als Segensbrot oder -gegenstand für das Haus zum Schutz vor dem Bösen oder zum Zweck der Getreidesegnung zwischen dem Getreide aufbewahrt. Diese sehr alte aramäische Tradition ist im Tur Abdin noch immer lebendig. In Bezug auf das Backen des eucharistischen Brotes ist anzunehmen, dass die Gläubigen es früher selber hergestellt und am gleichen Tag als Opfer auf den Altar gebracht haben.

Das lahmo besteht zweifellos aus hmiro (Sauerteig) der die Lebendigkeit versinnbildlicht. Der fatiro aber besteht nur aus Mehl und Wasser, was die Sterblichkeit symbolisiert. Bar Kepha und Bar Salibi sagen weiter, wobei sie sich auf Worte der Evangelisten und des Paulus stützen, unser Herr - so ebenfalls auch bei Maruta von Tagrit (+ 649) in seinem Kommentar zu den Evangelien - habe beim Abendmahl das lahmo (das Brot) und nicht den fatiro (das ungesäuerte Brot) genommen.

Nachdem die 18 Schülerinnen und Schüler über die Kommunion theoretisch am Unterricht teilnahmen, haben nun am 12.04.02 Pfarrer Aydin und seine Schülerinnen und Schüler in der SoS Pestalozzischule während des Religionsunterrichts am praktischen beim Backen der Hostien (Tawhe) teilgenommen, sodass alle mit freundlicher Stimmung mitgemacht haben.